Salon organisieren
Auslastung im Friseursalon optimieren
Leere Stühle kosten Umsatz. So füllst Du Lücken im Kalender, nutzt Randzeiten besser und steigerst die Auslastung Deines Salons. Mit Quellen.
Salon organisieren
Leere Stühle kosten Umsatz. So füllst Du Lücken im Kalender, nutzt Randzeiten besser und steigerst die Auslastung Deines Salons. Mit Quellen.
Ein voller Salon fühlt sich gut an, aber gefühlt und tatsächlich ausgelastet sind zwei verschiedene Dinge. Zwischen den Stoßzeiten klaffen oft Lücken, und jede ungenutzte Stunde ist Umsatz, der nicht wiederkommt. So holst Du mehr aus dem Kalender, den Du ohnehin hast, ohne länger zu arbeiten oder Deine Preise zu senken.
Bevor Du an der Auslastung schraubst, brauchst Du Zahlen. Die Auslastungsquote sagt Dir, zu wie viel Prozent die verfügbare Arbeitszeit tatsächlich am Kunden verbracht wird. Die Formel ist simpel: Stunden mit Kundenkontakt geteilt durch die gesamte Dienstzeit, mal 100. Wer 30 Stunden im Salon steht und davon 24 Stunden am Kunden arbeitet, kommt auf 80 Prozent.
Als gesunder Richtwert gilt eine Auslastung von 60 bis 80 Prozent, wobei ein gut besuchter Salon eher am oberen Rand liegt. Wichtig ist, über ein ganzes Jahr zu mitteln, denn die Auslastung schwankt saisonal stark. Vor Weihnachten sind die Stühle voll, im Frühjahr wird es ruhiger. Wann genau bei Dir die Lücken liegen und welche Mitarbeiter wie ausgelastet sind, zeigen Auswertungen aus Termin und Kasse ohne Bauchgefühl. Wie das aussieht, steht auf der Seite zur Erfolgsanalyse. Treatwell nennt dazu weitere Kennzahlen, die sich lohnen, etwa die Stammkundenquote und den Umsatz pro Kunde.
Der Hebel wird greifbar, wenn Du ihn durchrechnest. Angenommen, eine Mitarbeiterin steht 30 Stunden pro Woche im Salon und ist zu 60 Prozent ausgelastet, arbeitet also 18 Stunden am Kunden. Steigt die Auslastung auf 75 Prozent, sind es plötzlich rund 22,5 Stunden. Das sind viereinhalb zusätzliche produktive Stunden pro Woche, ohne dass jemand länger arbeitet oder ein einziger Neukunde nötig ist. Bei einem durchschnittlichen Stundenumsatz von 50 Euro macht das über 200 Euro mehr pro Woche und Mitarbeiterin, aufs Jahr gerechnet ein deutlich vierstelliger Betrag.
Genau deshalb ist Auslastung so viel wichtiger als reine Neukundenjagd. Die Kapazität ist schon da und wird bezahlt, egal ob der Stuhl belegt ist oder nicht. Du hebst also einen Umsatz, den Du sonst einfach verfallen lässt.
Die Lücken liegen meist am Vormittag und in den Randzeiten unter der Woche. Der Dienstagvormittag ist der Klassiker: theoretisch offen, praktisch leer. Zwei Ansätze helfen dagegen.
Erstens, freie Termine aktiv kommunizieren statt zu warten. Spiel eine kurzfristige Lücke als Angebot an Deine Kundenliste aus, zum Beispiel „Morgen 10 Uhr noch frei bei Lisa". Wer gerade Zeit hat, greift zu, und der Stuhl bleibt nicht leer. Das ist der Kern von Last-Minute-Angeboten.
Zweitens, schwache Zeiten attraktiver machen. Wenn ein Termin am ruhigen Dienstagvormittag etwas günstiger ist als am vollen Samstag, wandern preissensible Kunden freiwillig aus der Stoßzeit in die Randzeit. Du entzerrst so den Tag, ohne insgesamt billiger zu werden, und schaffst am Samstag Platz für die Kunden, die nur dann können.
Ein Teil ungenutzter Kapazität entsteht schlicht, weil Kunden nicht buchen können, wenn sie gerade daran denken. Der Impuls kommt abends auf dem Sofa, aber der Salon ist zu und niemand geht ans Telefon. Da ein Großteil der Buchungen außerhalb der Öffnungszeiten passiert, füllt eine gute Online-Buchung von allein mehr Slots, auch die unbeliebten Randzeiten. Details dazu im Artikel zur Online-Terminbuchung für Friseure.
Optimieren funktioniert nur, wenn Du regelmäßig auf dieselben Kennzahlen schaust, am besten einmal im Monat. Vier reichen für den Anfang:
Diese Zahlen musst Du nicht von Hand zusammensuchen. Wenn Kasse und Kalender im selben System liegen, entstehen die Auswertungen nebenbei aus den Daten, die ohnehin anfallen. Du siehst auf einen Blick, ob eine Maßnahme wirkt, statt am Jahresende zu rätseln.
Die stabilste Auslastung kommt nicht von immer neuen Laufkunden, sondern von Kunden, die regelmäßig wiederkommen. Ein Salon mit hoher Stammkundenquote muss deutlich weniger Energie in die Neukundengewinnung stecken, weil der Kalender sich von selbst füllt. Ein automatischer Impuls zur richtigen Zeit, etwa vier bis sechs Wochen nach dem letzten Herrenschnitt, bringt fällige Kunden zurück, bevor sie woanders landen.
Solche Impulse laufen automatisch, wenn Du sie einmal einrichtest. Wie Du das aufsetzt und mit Gutscheinen kombinierst, steht im Artikel Stammkunden binden mit Gutscheinen und Erinnerungen. Grundlage dafür ist eine gepflegte Kundenverwaltung, denn nur wer weiß, wann ein Kunde zuletzt da war, kann ihn zur richtigen Zeit erinnern.
Auslastung ist nicht nur eine Frage der Nachfrage, sondern auch des Angebots. Wenn am Dienstagvormittag drei Leute im Salon stehen, aber nur ein Kunde kommt, sinkt die Quote automatisch. Umgekehrt gehen am Samstag Buchungen verloren, weil zu wenig Personal da ist. Ein Blick auf die Auswertungen zeigt Dir, an welchen Tagen und Uhrzeiten die Nachfrage wirklich anliegt, und danach richtest Du die Schichten aus.
Konkret heißt das: starke Zeiten voll besetzen, schwache Zeiten dünner planen und Termine dort bündeln, wo ohnehin Betrieb ist. Auch Azubis und Servicekräfte lassen sich so einsetzen, dass die teuren Stylisten sich auf die anspruchsvollen Leistungen konzentrieren. Wiederkehrende Aufgaben wie Erinnerungen und Nachfass-Nachrichten übernehmen Automatisierungen, damit im Team niemand Zeit an der Tastatur statt am Kunden verliert.
Der schnellste Auslastungsgewinn ist oft, weniger Termine zu verlieren. Jeder verhinderte No-Show ist ein voller Stuhl mehr, ohne dass Du einen einzigen Neukunden gewinnen musstest. Automatische Erinnerungen und bei langen Terminen eine Anzahlung senken die Ausfälle spürbar. Mehr dazu im Artikel No-Shows im Friseursalon vermeiden.
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