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Salon organisieren

Online-Terminbuchung für Friseure einrichten

So richtest Du die Online-Buchung für Deinen Salon ein: Widget, Google-Buchung, Wunsch-Stylist. Schritt für Schritt, mit Quellen aus der Praxis.

Saloona Redaktion07.07.20265 Min

Das Telefon klingelt mitten im Schnitt, Du hast die Hände voll, der Kunde vor Dir wartet. Online-Buchung löst genau dieses Dauerproblem: Kunden buchen selbst, Du bleibst am Stuhl. Dieser Artikel zeigt, wie Du sie sauber einrichtest, damit sie Termine bringt statt Chaos.

Warum sich Online-Buchung lohnt

Der stärkste Grund ist zeitlich. Ein Großteil der Buchungen kommt dann, wenn niemand ans Telefon gehen kann. Anbieter berichten, dass mehr als die Hälfte aller Friseur-Buchungen außerhalb der Öffnungszeiten passiert. Eine von friseur-news zitierte Phorest-Auswertung wird konkreter: Über 46 Prozent der Kunden buchen am liebsten außerhalb der Öffnungszeiten, davon rund 28 Prozent abends nach Ladenschluss und 18 Prozent morgens vor der Öffnung. Ohne Online-Buchung sind das schlicht verlorene Termine.

Dazu kommt der Generationswechsel. Für jüngere Kunden ist die Selbstbuchung längst Standard, nicht Komfort. Laut derselben Auswertung erwarten 43 Prozent der Generation Z eine Online-Buchung als Selbstverständlichkeit. Und der dritte Vorteil zeigt sich im Salon selbst: Die Online-Buchung entlastet die Rezeption und verschafft dem Team mehr ruhige Zeit am Kunden.

Ein verbreiteter Einwand lautet, ältere Kunden kämen damit nicht klar. Die Praxis widerspricht dem. TOP HAIR berichtet, dass auch die Gruppe der über 50-Jährigen, die online bucht, kontinuierlich wächst. Das Telefon bleibt ja trotzdem, die Online-Buchung ist ein zusätzlicher Kanal, kein Ersatz.

Schritt 1: Leistungen und Zeiten festlegen

Bevor Kunden buchen können, braucht das System klare Vorgaben. Leg fest, welche Leistungen online buchbar sind und wie lange sie dauern. Wichtig sind realistische Zeiten inklusive Einwirk- und Pufferzeiten, damit sich Termine nicht überschneiden. Eine Balayage blockiert den Stuhl deutlich länger als ein Pony-Schnitt, und wenn die Zeit zu knapp kalkuliert ist, gerät der ganze Tag in Verzug.

Ordne jede Leistung den Mitarbeitern zu, die sie wirklich anbieten. Nicht jeder im Team macht Extensions, und der Azubi soll keine anspruchsvolle Farbkorrektur zugewiesen bekommen. Diese Grundeinstellung ist dieselbe, die auch Deinen Terminkalender sauber hält, die Online-Buchung greift einfach darauf zu.

Schritt 2: Wunsch-Mitarbeiter ermöglichen

Stammkunden wollen zu ihrer Stylistin, nicht irgendwohin. Wenn Kunden bei der Buchung ihren Wunsch-Mitarbeiter wählen können, steigt die Zufriedenheit und die Bindung. Das ist gerade im Salon ein echter Unterschied zum anonymen Portal. Sinnvoll ist zusätzlich eine Option „egal, Hauptsache schnell", denn manche Kunden nehmen lieber den nächsten freien Termin als auf ihre Stammkraft zu warten. Beide Wünsche bedient dieselbe Buchungsmaske.

Schritt 3: Buchung dort platzieren, wo Kunden sind

Es gibt zwei starke Wege, und sie ergänzen sich:

  • Das Buchungs-Widget auf Deiner eigenen Website. So bleiben Kunden bei Dir, statt auf einer fremden Plattform zu landen, und Du zahlst keine Vermittlungsprovision.
  • Google-Buchung über Google Reserve. Damit buchen Kunden direkt aus der Google-Suche und von Google Maps, genau in dem Moment, in dem sie Deinen Salon finden.

Beides ist in Saloona enthalten. Das Widget bindest Du mit einem kurzen Code-Schnipsel auf Deiner Seite ein, die Google-Buchung schaltest Du in den Einstellungen frei. Wer viel über Instagram gefunden wird, sollte den Buchungslink zusätzlich in die Bio setzen. Wie das zusammenspielt, steht im Artikel Instagram für Friseure: Termine gewinnen.

Doppelbuchungen von vornherein ausschließen

Die größte Angst vor der Online-Buchung lautet: Was, wenn ein Kunde online einen Slot bucht, den ich gerade telefonisch vergeben habe? Diese Sorge ist berechtigt, aber leicht ausgeräumt. Entscheidend ist, dass Online-Buchung und Salon-Kalender ein und dasselbe System sind, nicht zwei getrennte Kalender, die man abgleichen muss. Sobald ein Termin von irgendwoher hereinkommt, ist der Slot für alle anderen Kanäle sofort blockiert.

Deshalb solltest Du auf keinen Fall einen separaten Online-Dienst neben Dein Kassen- und Kalendersystem stellen. Genau dann entstehen die gefürchteten Kollisionen. Läuft dagegen alles über eine Oberfläche, arbeitet die Selbstbuchung nahtlos neben dem Telefon und dem Laufkundschaftstermin am Empfang.

Schritt 4: Bestätigung und Erinnerung einschalten

Sobald ein Termin gebucht ist, sollte der Kunde sofort eine Bestätigung bekommen, idealerweise mit Kalendereintrag zum Antippen. Und danach greift die automatische Erinnerung am Vortag. Das ist der beste Schutz gegen Ausfälle, denn die meisten No-Shows passieren aus schlichter Vergesslichkeit. Warum das so gut wirkt und wann sich zusätzlich eine Anzahlung lohnt, steht im Artikel No-Shows im Friseursalon vermeiden.

Häufige Fehler beim Einrichten

Ein paar Stolperfallen tauchen immer wieder auf, und sie sind leicht zu vermeiden.

  • Zu knappe Zeiten hinterlegen. Wer die Farbe ohne Einwirkzeit kalkuliert, schiebt den ganzen Tag vor sich her. Lieber realistisch planen und die tatsächliche Dauer aus vergangenen Terminen ableiten.
  • Alle Leistungen für alle freigeben. Dann bucht ein Kunde eine Dauerwelle bei jemandem, der sie nicht macht. Ordne jede Leistung sauber den passenden Mitarbeitern zu.
  • Nur einen einzigen Termin pro Tag online sichtbar machen aus Angst vor Überlastung. Damit verschenkst Du genau die Buchungen, wegen denen Du das System nutzt.
  • Bestätigung und Erinnerung vergessen. Ohne sie steigt die Ausfallquote, und der Vorteil der Selbstbuchung kippt ins Gegenteil.

Nimm Dir am Anfang eine Stunde Zeit, buche selbst einen Testtermin durch und schau, ob alles stimmt. Diese kurze Kontrolle spart Dir später viel Ärger.

Lohnt sich das für kleine Salons?

Gerade Ein-Personen-Salons und kleine Teams fragen sich, ob der Aufwand lohnt. Die Rechnung ist einfach. Jeder Anruf, den Du nicht annehmen kannst, weil Du am Stuhl stehst, ist ein Risiko, dass der Kunde beim nächsten Salon anruft. Eine Online-Buchung fängt genau diese Kontakte ab, ohne dass Du etwas tust. Und weil ein spürbarer Teil der Buchungen abends und am Wochenende hereinkommt, arbeitet das System dann für Dich, wenn Du längst Feierabend hast. Die Einrichtung ist einmal Arbeit, der Nutzen läuft danach dauerhaft mit.

Ein Wort zu Fake-Buchungen

Online-Buchung hat einen bekannten Nachteil: gelegentliche Spaß- oder Fake-Buchungen, hinter denen kein echter Kunde steckt. Dagegen helfen drei Dinge. Kundenkonten mit verifizierter Handynummer erschweren anonyme Buchungen. Ein Bestätigungslink filtert Tippfehler und Scherze aus. Und bei langen, teuren Terminen sortiert eine Anzahlung unseriöse Buchungen von selbst aus, weil niemand zum Spaß Geld hinterlegt.

In Kürze

  • Leistungen mit realistischen Zeiten und den richtigen Mitarbeitern anlegen
  • Wunsch-Mitarbeiter buchbar machen, inklusive Option für den schnellsten Termin
  • Widget auf der Website einbinden und Google-Buchung aktivieren
  • Bestätigung und automatische Erinnerung einschalten

Wie die Online-Buchung in die gesamte Organisation passt, zeigt der Leitfaden Friseursalon organisieren. Ausprobieren kannst Du das Ganze 30 Tage kostenlos.

Quellen

  1. Shore: Mehr als die Hälfte der Buchungen außerhalb der Öffnungszeiten
  2. cituro: Online-Buchung entlastet die Rezeption
  3. friseur-news / Phorest: Trend bei Online-Terminierungen
  4. TOP HAIR: Online-Terminplaner, so nutzen sie Friseure

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