Gründen & Fachliches
Farbformeln digital dokumentieren: so geht es sauber
Schluss mit Formeln auf Karteikarten. So dokumentierst Du Colorationen pro Kundin digital, konsistent und DSGVO-konform. Praxis für den Salon.
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Schluss mit Formeln auf Karteikarten. So dokumentierst Du Colorationen pro Kundin digital, konsistent und DSGVO-konform. Praxis für den Salon.
Die perfekte Farbe beim ersten Mal ist Handwerk. Sie beim zweiten Mal exakt zu treffen, ist Dokumentation. Wer Formeln nur im Kopf oder auf losen Karten hat, verliert Zeit und riskiert Abweichungen. So machst Du es digital und sauber.
Stell Dir den Klassiker vor: Eine Stammkundin kommt alle sechs Wochen zum Nachfärben, diesmal aber hat Deine Kollegin den Termin, weil Du im Urlaub bist. Steckt die Formel auf einer Karteikarte in der Schublade, beginnt die Sucherei. Steht sie in der digitalen Kundenakte, tippt die Kollegin den Namen ein und sieht sofort, was beim letzten Mal drauf war. Das Ergebnis bleibt konsistent, egal wer am Stuhl steht.
Eine Karteikarte kann verloren gehen, unleserlich werden oder genau dann fehlen, wenn Du sie brauchst. Eine digitale Formel ist für das ganze Team abrufbar, an einem Ort, in derselben Struktur. Das spart bei jedem Nachfärben Minuten und verhindert die peinliche Frage, welches Oxid es beim letzten Mal war.
Damit die Doku für jeden im Team verständlich ist, hilft es, die Notation sauber zu führen. Die gängigen Farbsysteme von Wella und L'Oréal arbeiten mit einem Ziffernsystem: Die Zahl vor dem Schrägstrich beschreibt die Farbtiefe, also die Aufhellung von 1 für Schwarz bis 10 für hellstes Blond. Die Ziffern hinter dem Schrägstrich stehen für die Nuancen, wobei die erste die dominante und die zweite die untergeordnete Reflexrichtung angibt.
Ein paar Beispiele aus dem Alltag:
Dazu gehört immer die Oxidationsstufe. Die Prozentangabe der Entwicklungsemulsion entscheidet, was passiert: Niedrige Konzentrationen wie 3 Prozent werden eher zum Tonen und für Ton-in-Ton eingesetzt, höhere Stufen wie 6, 9 oder 12 Prozent dienen zum Abdecken, Aufhellen und für stärkere Aufhellungen. Halte die genaue Stufe fest, denn dieselbe Nuance wirkt mit 6 Prozent völlig anders als mit 9 Prozent.
Je präziser Du festhältst, desto einfacher wird das nächste Mal. Bewährt hat sich:
Ein Vorher-Nachher-Foto in der Akte ist Gold wert, weil Farbe auf dem Bildschirm anders wirkt als in Worten und weil die Kundin selbst beim nächsten Mal oft nicht mehr genau weiß, wie warm oder kühl es letztes Jahr war.
Genauso wichtig ist, was nicht funktioniert hat. Wenn ein Ansatz zu warm herauskam oder eine Aufhellung länger brauchte als gedacht, notiere es. Diese kleinen Korrekturhinweise sind beim nächsten Termin oft wertvoller als die Formel selbst, weil sie Dir das erneute Ausprobieren ersparen.
Solange Du allein arbeitest, reicht Deine eigene Kurzschrift. Sobald ein Team am Werk ist, wird eine einheitliche Schreibweise entscheidend. Wenn die eine Kollegin 1:1 notiert und die andere 30 g plus 30 g, entsteht schnell Verwirrung. Leg deshalb eine feste Struktur fest: erst die Nuancen, dann das Verhältnis, dann das Oxid mit Prozent, dann Einwirkzeit und Technik. Ein kurzes internes Muster an der Wand oder in der Software sorgt dafür, dass jede Formel gleich aussieht.
Das zahlt sich besonders aus, wenn eine Kollegin ausfällt oder eine Kundin den Stuhl wechselt. Steht die Formel in derselben Sprache in der Akte, übernimmt jeder im Team nahtlos. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Salon, in dem Wissen an einzelnen Köpfen hängt, und einem, in dem das Wissen dem Betrieb gehört.
Viele Salons haben Jahre an Formeln auf Karteikarten. Der Umzug muss nicht an einem Wochenende passieren. Am einfachsten überträgst Du eine Formel dann, wenn die Kundin ohnehin auf dem Stuhl sitzt: Beim nächsten Termin tippst Du die alte Karte einmal in die digitale Akte und dokumentierst gleich das aktuelle Ergebnis mit Foto. Nach einem Färbezyklus, also meist zwei bis drei Monaten, ist der Großteil Deiner Stammkundschaft digital erfasst, ohne dass Du extra Zeit investieren musstest.
Coloration ist auch eine Frage der Sicherheit. Halte in der Kundenakte fest, was für die Verträglichkeit wichtig ist, etwa bekannte Allergien, gereizte Kopfhaut oder frühere Reaktionen. Beachte die Hinweise der Hersteller zu Verträglichkeitstests und dokumentiere relevante Beobachtungen mit Datum. Wenn eine Kundin schon einmal empfindlich auf einen bestimmten Reflex reagiert hat, willst Du das beim nächsten Termin schwarz auf weiß sehen und Dich nicht auf Dein Gedächtnis verlassen. So schützt Du Deine Kundin und Dich selbst.
Farbformeln, Fotos und Notizen zur Kopfhaut sind personenbezogene Daten. Sie gehören DSGVO-konform behandelt, am besten auf Servern in Deutschland und mit klaren Zugriffsrechten im Team. Lose Zettel in der Schublade sind hier oft das größere Risiko als eine ordentliche digitale Akte, denn den Zettel kann jeder lesen, der die Schublade öffnet.
In der Kundenverwaltung von Saloona gehören Farbformeln, Vorlieben und Historie zur Kundenakte. Beim nächsten Termin ist alles da, sobald der Name aufgerufen wird, inklusive der Formel vom letzten Mal und dem Foto dazu. Die Daten liegen DSGVO-konform auf Servern in Deutschland. Wer im Damensalon oder als Colorist arbeitet, spart damit bei jedem Nachfärben Zeit und Nerven.
Wie die Kundenakte in den gesamten Betrieb passt und mit Kalender, Erinnerungen und Kasse zusammenspielt, zeigt der Leitfaden Friseursalon organisieren. Und wer Stammkundinnen langfristig halten will, findet im Ratgeber Stammkunden binden mit Gutscheinen und Erinnerungen die passenden Hebel.
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