Gründen & Fachliches
Friseursalon eröffnen: was kostet es und was brauchst Du?
Meisterpflicht, Handwerkskammer, Gewerbe, Ausstattung: Was die Eröffnung eines Friseursalons wirklich verlangt und kostet. Schritt für Schritt, mit Quellen.
Gründen & Fachliches
Meisterpflicht, Handwerkskammer, Gewerbe, Ausstattung: Was die Eröffnung eines Friseursalons wirklich verlangt und kostet. Schritt für Schritt, mit Quellen.
Der eigene Salon ist für viele Friseurinnen und Friseure das große Ziel. Bevor die erste Kundin auf dem Stuhl sitzt, stehen aber ein paar formale Hürden und Kosten an. Dieser Leitfaden bringt sie in die richtige Reihenfolge und sagt Dir ehrlich, mit welchen Summen Du rechnen musst.
Ein Hinweis vorweg: Das ist eine Orientierung, keine Rechts- oder Steuerberatung. Deine Handwerkskammer und Dein Steuerberater sind die verbindlichen Ansprechpartner für Deinen konkreten Fall.
Ja, im Grundsatz schon. Das Friseurhandwerk steht in der Anlage A zur Handwerksordnung und zählt damit zu den zulassungspflichtigen Handwerken. Übersetzt heißt das: Wer einen Salon selbstständig führt, muss in die Handwerksrolle eingetragen sein, und die Eintragung setzt in der Regel einen Meisterbrief voraus.
Kein Meistertitel in der Schublade? Dann gibt es trotzdem legale Wege in die Selbstständigkeit:
Wichtig zum Mitschreiben: Ein Kleingewerbe oder ein Heimsalon hebt die Meisterpflicht nicht auf. Das sind Organisations- und Steuerformen, keine rechtliche Befreiung. Wer den Salon einfach als Kosmetik- oder Pflegebetrieb anmeldet, um an der Handwerksrolle vorbeizukommen, geht ein echtes Risiko ein. Kläre Deinen Fall also vorab schriftlich mit der Handwerkskammer.
Viele fangen beim Gewerbeamt an. Das ist zu früh. Bei zulassungspflichtigem Handwerk klärst Du zuerst die Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer. Erst danach meldest Du das Gewerbe an. Das Gewerbeamt informiert im Anschluss automatisch das Finanzamt und die Berufsgenossenschaft. So vermeidest Du, ein Gewerbe anzumelden, das Du in dieser Form gar nicht ausüben darfst.
Der Ablauf sieht in der Praxis so aus:
Die Behördenkosten sind der kleinste Teil. Der große Brocken ist die Ausstattung. Erst die Zahlen für den Papierkram:
| Posten | Grobe Spanne | | --- | --- | | Eintragung in die Handwerksrolle | ca. 50 bis 200 Euro | | Gewerbeanmeldung | ca. 15 bis 65 Euro | | Fachlehrgang, falls die Kammer ihn verlangt | ca. 1.000 Euro | | Meisterlehrgang, falls nötig | mehrere tausend Euro | | Eintrag ins Handelsregister bei UG oder GmbH | ca. 200 Euro plus Notar |
Und jetzt die Realität der Einrichtung. Nach Angaben der Gründerplattform und weiterer Gründungsratgeber liegt der Investitionsbedarf für einen Friseursalon je nach Standort, Größe und Konzept meist zwischen 20.000 und 100.000 Euro. Ein kleiner Salon mit zwei bis drei Plätzen startet oft im Bereich von rund 22.000 bis 55.000 Euro, ein mittlerer Salon landet schnell bei 55.000 bis über 100.000 Euro. Allein die Einrichtung schlägt dabei je nach Größe mit 10.000 bis 50.000 Euro zu Buche.
Dahinter stecken Posten wie diese:
Plane bei jedem dieser Punkte einen Puffer ein. Ein Umbau, der auf dem Papier 8.000 Euro kostet, landet in der Praxis gern bei 11.000 Euro, weil eine Leitung verlegt oder eine Wand versetzt werden muss.
Bevor Du irgendetwas kaufst, gehört ein Businessplan auf den Tisch. Er zwingt Dich, ehrlich zu rechnen: Wie viele Termine schaffst Du pro Tag, welcher Durchschnittsbon ist realistisch, ab wann trägt sich der Laden? Banken und die KfW verlangen ihn ohnehin, wenn Du einen Gründungskredit oder Fördermittel willst. Rechne konservativ, denn die ersten Monate laufen selten voll.
Bei der Rechtsform entscheiden sich die meisten Einzelgründer für ein Einzelunternehmen, weil es schnell und günstig ist. Wer das Haftungsrisiko begrenzen will, gründet eine UG oder GmbH, muss dann aber mit Handelsregistereintrag, Notarkosten und mehr Buchhaltung leben. Zu zweit ist die GbR ein naheliegender Start. Welche Form zu Dir passt, klärst Du am besten mit Deinem Steuerberater, denn die Wahl beeinflusst Steuern, Haftung und den Aufwand über Jahre.
Für die Finanzierung lohnt der Blick auf öffentliche Programme. Die KfW und die Bürgschaftsbanken der Länder haben Angebote speziell für Gründungen, und die Handwerkskammer berät kostenlos zur Förderung. Wichtig ist ein Kapitalpuffer für die Anlaufphase, in der Miete, Waren und Versicherungen schon laufen, die Kundschaft aber erst wächst.
Ein paar Dinge tauchen im Gründungstrubel spät auf und sorgen dann für Stress. Denk früh an diese Punkte:
Gerade den letzten Punkt solltest Du früh mitdenken. Der Leitfaden zur GoBD-Kasse für Friseure erklärt, worauf es ankommt, und die Frage der TSE-Kassenpflicht für Friseure beantwortet, welche Technik Deine Kasse mitbringen muss.
Wer neu eröffnet, hat einen unterschätzten Vorteil: Du kannst gleich sauber aufsetzen, statt später mühsam zu migrieren. Ein Terminkalender, eine Kundenakte und eine Kasse, die zusammenspielen, ersparen Dir im ersten Jahr viele Zettelwirtschaften.
Genau dafür ist Saloona gedacht. Der Terminkalender zeigt Dir vom ersten Tag an, wie voll die Woche ist, die Online-Buchung nimmt Termine an, während Du am Stuhl stehst, und die Kasse rechnet GoBD-konform ab. Wie Du den Betrieb darüber hinaus rund organisierst, steht im Leitfaden Friseursalon organisieren.
Saloona kannst Du zum Start 30 Tage kostenlos testen. Wenn Du einen Barbershop planst, lies auch die Checkliste zur Barbershop-Eröffnung.
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Schluss mit Formeln auf Karteikarten. So dokumentierst Du Colorationen pro Kundin digital, konsistent und DSGVO-konform. Praxis für den Salon.
Vom Meisterrecht bis zur Ausstattung: Diese Checkliste führt Dich durch die Eröffnung Deines Barbershops, mit den Besonderheiten für Barber. Mit Quellen.
TSE, KassenSichV und Meldepflicht für den Friseursalon: Wer betroffen ist, welche Fristen gelten und was bei Verstößen droht. Mit Quellen.